Historischer Kampf

Historischer Kampf bedeutet für uns mehr als Schwert gegen Schwert.

Grundlage unseres Trainings bilden überlieferte Fechtbücher des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Sie zeigen uns Techniken für unterschiedliche Waffen, das Ringen und den Kampf in Rüstung und geben Einblicke in eine hoch entwickelte europäische Kampfkunst.

 

Diese Quellen versuchen wir nicht nur zu lesen, sondern praktisch zu verstehen. Techniken werden gemeinsam erarbeitet, ausprobiert, trainiert und immer wieder mit den historischen Vorlagen abgeglichen.

Von der Quelle ins Training

Historische Fechtbücher bilden die Grundlage unserer Beschäftigung mit historischen Kampftechniken. Einen wichtigen Bezugspunkt bilden dabei die Werke von Hans Talhoffer. Ergänzend beschäftigen wir uns unter anderem mit Überlieferungen von Fiore dei Liberi, Joachim Meyer sowie weiteren Fechtbüchern und Sammelwerken.

 

Dabei geht es nicht darum, einzelne Abbildungen einfach nachzustellen. Bewegungsabläufe müssen interpretiert, praktisch erprobt und im Zusammenhang mit Waffe, Ausrüstung und Situation verstanden werden.

 

Genau darin liegt für uns ein besonderer Reiz: Aus einer jahrhundertealten Quelle wird durch gemeinsames Training wieder eine nachvollziehbare Bewegung.

Training und Praxis

Historische Kampftechniken funktionieren nicht auf dem Papier. Sie müssen trainiert werden.

 

Im gemeinsamen Training beschäftigen wir uns mit Bewegungsabläufen, Distanz, Timing und Körpermechanik ebenso wie mit einzelnen Techniken und deren Zusammenspiel. Je nach Schwerpunkt kommen dabei unterschiedliche Waffen und Schutzausrüstungen zum Einsatz.

 

Sicherheit steht dabei immer an erster Stelle. Techniken werden kontrolliert aufgebaut und an Trainingssituation und Ausrüstung angepasst.

Kampf im Harnisch

Der Kampf in vollständiger Rüstung stellt andere Anforderungen als der ungerüstete Kampf.

 

Gegen eine gut gearbeitete Plattenrüstung sind einfache Schnitte mit dem Schwert nur eingeschränkt wirksam. Entsprechend zeigen spätmittelalterliche Fechtquellen Techniken, bei denen Kontrolle, gezielte Stiche, Hebel und der Übergang ins Ringen eine wichtige Rolle spielen.

 

Anbinden, Greifen, Würfe und der Kampf um eine überlegene Position finden sich unter anderem bei Hans Talhoffer und Fiore dei Liberi.

 

Gerade diese Verbindung aus Waffentechnik, Ringen und dem Umgang mit der Rüstung macht den Harnischkampf für uns zu einem besonders spannenden Bereich des historischen Kampfes.

Historischen Kampf vermitteln

Was wir im Training erarbeiten, möchten wir auch anderen Menschen näherbringen. Bei Veranstaltungen zeigen wir historische Kampftechniken, erklären Waffen und Ausrüstung und geben Einblicke in die Quellen, auf denen unsere Darstellung basiert.

Dabei steht für uns nicht allein die Vorführung im Mittelpunkt. Wir möchten zeigen, wie historische Kampftechniken funktionieren, auf welchen Quellen sie beruhen und warum bestimmte Bewegungen und Techniken eingesetzt wurden.

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